Deutsch Grammatik: Die wichtigsten Regeln für Mittelschule und AHS-Unterstufe
Die wichtigsten Grammatikregeln für die 1. bis 4. Klasse an Mittelschule und AHS-Unterstufe: von den Wortarten über die 4 Fälle und Zeitformen bis zu den Satzgliedern. Jede Regel mit Merktrick, Beispielen und Mini-Check, dazu ein Quiz für die nächste Schularbeit. Fachbegriffe stehen immer mit dem österreichischen Schulbegriff.
Grammatische Begriffe: Fachbegriff und Schulbegriff
In österreichischen Schulbüchern stehen oft deutsche Schulbegriffe wie Mitvergangenheit, Werfall oder Leideform. Hier finden Sie zu jedem Fachbegriff den passenden Schulbegriff.
Alle 35 Begriffe anzeigen
Fachbegriff
Schulbegriff
Fachbegriff
Schulbegriff
Nomen, Substantiv
Namenwort, Hauptwort
Artikel
Begleiter, Geschlechtswort
Pronomen
Fürwort
Adjektiv
Eigenschaftswort
Verb
Zeitwort
Adverb
Umstandswort
Präposition
Vorwort
Konjunktion
Bindewort
Numerale
Zahlwort
Interjektion
Ausrufewort, Empfindungswort
Nominativ
1. Fall, Werfall
Genitiv
2. Fall, Wesfall
Dativ
3. Fall, Wemfall
Akkusativ
4. Fall, Wenfall
Infinitiv
Nennform
Imperativ
Befehlsform
Partizip
Mittelwort
Präsens
Gegenwart
Präteritum
Mitvergangenheit (früher Imperfekt)
Perfekt
Vergangenheit
Plusquamperfekt
Vorvergangenheit
Futur I
Zukunft
Futur II
Vorzukunft
Modalverben
Hilfszeitwörter der Aussage
Aktiv
Tatform
Passiv
Leideform
Indikativ
Wirklichkeitsform
Konjunktiv
Möglichkeitsform
Subjekt
Satzgegenstand
Prädikat
Satzaussage
Objekt
Ergänzung, Fallergänzung
Adverbiale
Umstandsergänzung
Attribut
Beifügung
Apposition
Beisatz
Nebensatz
Gliedsatz
Wortarten und Wortbildung
Aus welchen Bausteinen Sätze bestehen und wie neue Wörter entstehen.
1
Wortarten: Welche gibt es und wie bestimmt man sie?
In der Schule unterscheidet man meist 10 Wortarten: Nomen (Namenwort), Artikel (Begleiter), Pronomen (Fürwort), Adjektiv (Eigenschaftswort), Verb (Zeitwort), Numerale (Zahlwort), Adverb (Umstandswort), Präposition (Vorwort), Konjunktion (Bindewort) und Interjektion (Ausrufewort).
Merktrick
Kann man der, die, das davorsetzen? Dann ist es ein Nomen. Lässt es sich mit ich, du, er verändern? Dann ein Verb. Lässt es sich steigern (schnell, schneller)? Dann ein Adjektiv.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Der (Artikel) kleine (Adjektiv) Hund (Nomen) bellt (Verb).
Sie (Pronomen) wartet vor (Präposition) dem Haus.
Ich lese, weil (Konjunktion) es regnet.
Wir treffen uns morgen (Adverb).
Ich habe drei (Numerale) Bücher.
Hurra (Interjektion), wir haben gewonnen!
Stolperstein
Manche Schulbücher unterscheiden noch mehr Wortarten, zum Beispiel die Subjunktion (unterordnendes Bindewort wie weil, dass) oder die Partikel (nur, sogar, ja).
Mini-Check: Was passt?
Welche Wortart ist Freude? (Nomen / Adjektiv)
Nomen: Man kann die davorsetzen (die Freude).
Welche Wortart ist unter? (Präposition / Adverb)
Präposition: unter steht vor einem Nomen und bestimmt den Fall (unter dem Tisch).
Welche Wortart ist gestern? (Adverb / Adjektiv)
Adverb: gestern gibt die Zeit an und lässt sich nicht verändern.
2
Pronomen (Fürwörter): Alle Arten im Überblick
Pronomen (Fürwörter) stehen für ein Nomen oder begleiten es. Man unterscheidet 7 Arten: Personalpronomen (persönliches Fürwort: ich, du, er), Possessivpronomen (besitzanzeigendes Fürwort: mein, dein), Reflexivpronomen (rückbezügliches Fürwort: mich, sich), Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort: dieser, jener), Relativpronomen (bezügliches Fürwort: der, die, das, welcher), Interrogativpronomen (fragendes Fürwort: wer, was) und Indefinitpronomen (unbestimmtes Fürwort: jemand, man, alle).
Merktrick
Pronomen-Probe: Lässt sich das Wort durch ein Nomen ersetzen? Er lacht. → Der Bub lacht.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Sie hat ihr Heft vergessen.
Er wäscht sich die Hände.
Dieses Buch gefällt mir.
Das Buch, das ich lese, ist spannend.
Wer kommt mit?
Jemand hat geläutet.
Stolperstein
Das Relativpronomen das schreibt man mit einem s. Ob das oder dass passt, zeigt die Ersatzprobe auf der Seite Rechtschreibung: das oder dass.
Mini-Check: Was passt?
Er wäscht ___ die Hände. (mich / sich)
sich: Das Reflexivpronomen bezieht sich auf er.
Welche Art ist wer in Wer kommt mit?(Interrogativpronomen / Relativpronomen)
Interrogativpronomen (fragendes Fürwort): Es leitet eine Frage ein.
Das Kind, ___ dort spielt, ist mein Bruder. (das / dass)
das: Es ist ein Relativpronomen, man kann welches einsetzen.
Adjektive (Eigenschaftswörter) beschreiben, wie jemand oder etwas ist. Die meisten lassen sich in 3 Stufen steigern: Positiv (Grundstufe: schnell), Komparativ (Vergleichsstufe, Mehrstufe: schneller) und Superlativ (Höchststufe, Meiststufe: am schnellsten).
Merktrick
Ungleich? Dann als: Er ist größer als ich. Gleich? Dann so … wie: Er ist so groß wie ich.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Der Zug ist schnell. (Positiv)
Das Flugzeug ist schneller als der Zug. (Komparativ)
Die Rakete ist am schnellsten. (Superlativ)
Lisa ist so alt wie Tim.
Deutsch mag ich lieber als Mathe.
Stolperstein
Unregelmäßig gesteigert werden zum Beispiel gut, besser, am besten, viel, mehr, am meisten und gern, lieber, am liebsten. Nach dem Komparativ steht als, nicht wie und nicht als wie.
Richtig oder falsch?
✗ falschMein Bruder ist größer wie ich.
✓ richtigMein Bruder ist größer als ich.
✗ falschSie ist so schnell als ich.
✓ richtigSie ist so schnell wie ich.
Mini-Check: Was passt?
Tim ist älter ___ Lisa. (als / wie)
als: Nach dem Komparativ steht als.
Heute ist es so kalt ___ gestern. (als / wie)
wie: Bei Gleichheit heißt es so … wie.
Mathe mag ich gern, Deutsch mag ich ___. (lieber / gerner)
lieber: gern wird unregelmäßig gesteigert.
4
Präpositionen mit Dativ, Akkusativ und Genitiv
Präpositionen (Vorwörter) bestimmen den Fall des folgenden Nomens. Mit Dativ (3. Fall): aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Mit Akkusativ (4. Fall): durch, für, gegen, ohne, um. Mit Genitiv (2. Fall): wegen, trotz, während, statt. Die Wechselpräpositionenan, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen stehen mit Dativ oder Akkusativ.
Merktrick
Wechselpräpositionen: Wo? Dann 3. Fall (Das Buch liegt auf dem Tisch.) Wohin? Dann 4. Fall (Ich lege das Buch auf den Tisch.)
Österreich: Man kauft etwas um fünf Euro, in Deutschland sagt man für fünf Euro.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Ich fahre mit dem Rad.
Das Geschenk ist für den Opa.
Wegen des Regens bleiben wir drinnen.
Die Katze sitzt auf dem Sofa. (Wo?)
Die Katze springt auf das Sofa. (Wohin?)
Stolperstein
Nach wegen steht in der Schule der 2. Fall: wegen des Regens. Wegen dem Regen ist umgangssprachlich.
Richtig oder falsch?
✗ falschIch fahre mit den Rad.
✓ richtigIch fahre mit dem Rad.
✗ falschIch stelle die Vase auf dem Tisch.
✓ richtigIch stelle die Vase auf den Tisch.
Mini-Check: Was passt?
Das Geschenk ist für ___ Lehrer. (den / dem)
den: für verlangt den 4. Fall.
Ich hänge das Bild an ___ Wand. (die / der)
die: Wohin? Dann 4. Fall.
Trotz ___ Kälte gehen wir hinaus. (der / die)
der: trotz verlangt den 2. Fall (die Kälte, der Kälte).
5
Wortbildung: Wortstamm, Wortfamilie, Vor- und Nachsilben
Neue Wörter entstehen aus einem Wortstamm: durch Zusammensetzung (Fahrrad), durch Vorsilben (abfahren) und durch Nachsilben (Fahrer, fahrbar). Alle Wörter mit demselben Stamm bilden eine Wortfamilie.
Merktrick
Bei zusammengesetzten Nomen bestimmt das letzte Wort den Artikel: das Haus + die Tür = die Haustür.
Österreich: In Zusammensetzungen steht oft ein Fugen-s, etwa Schweinsbraten oder Zugsverspätung.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
fahren, der Fahrer, die Fahrt, das Fahrrad (Wortfamilie)
das Haus + die Tür = die Haustür
ver + laufen = verlaufen
Freund + lich = freundlich
Stolperstein
Nachsilben verraten oft die Wortart: -ung, -heit, -keit bilden Nomen (Wohnung, Freiheit), -ig, -lich, -bar bilden Adjektive (sonnig, freundlich, essbar).
die: Das letzte Wort bestimmt den Artikel (die Tasche).
Welches Wort gehört nicht zur Wortfamilie fahren? (Fahrer / Farbe)
Farbe: Es hat einen anderen Wortstamm.
Welche Wortart entsteht mit der Nachsilbe -ung? (Nomen / Adjektiv)
Nomen: zum Beispiel die Wohnung.
Nomen und die 4 Fälle
Mit den Fragewörtern findet man jeden Fall, auch bei dem oder den.
6
Die 4 Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ
Im Deutschen gibt es 4 Fälle: Nominativ (1. Fall, Werfall), Genitiv (2. Fall, Wesfall), Dativ (3. Fall, Wemfall) und Akkusativ (4. Fall, Wenfall). Artikel, Nomen, Adjektive und Pronomen verändern je nach Fall ihre Form.
Merktrick
Mit der Frage findet man den Fall: Wer oder was? 1. Fall, Wessen? 2. Fall, Wem? 3. Fall, Wen oder was? 4. Fall.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Der Hund bellt. (Wer bellt? 1. Fall)
Das ist der Ball des Hundes. (Wessen Ball? 2. Fall)
Ich gebe dem Hund Futter. (Wem? 3. Fall)
Ich sehe den Hund. (Wen? 4. Fall)
Stolperstein
Der Artikel verrät den Fall: der, des, dem, den (männlich), die, der, der, die (weiblich), das, des, dem, das (sächlich).
Richtig oder falsch?
✗ falschIch sehe der Hund.
✓ richtigIch sehe den Hund.
Mini-Check: Was passt?
Ich gebe ___ Lehrerin das Heft. (die / der)
der: Wem gebe ich das Heft? 3. Fall, weiblich.
Das ist das Auto ___ Nachbarn. (des / dem)
des: Wessen Auto? 2. Fall.
___ Katze schläft. (Die / Der)
Die: Wer schläft? 1. Fall, weiblich.
7
Dem oder den? Dativ oder Akkusativ
Ob dem (Dativ, 3. Fall) oder den (Akkusativ, 4. Fall) stimmt, bestimmt das Verb oder die Präposition. Verben wie helfen, danken, gehören, gefallen verlangen den Dativ, Verben wie sehen, fragen, besuchen, brauchen den Akkusativ.
Merktrick
Wem helfe ich? → dem. Wen sehe ich? → den. Wem endet auf m wie dem, wen auf n wie den.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Ich helfe dem Freund.
Ich sehe den Freund.
Das Heft gehört dem Lehrer.
Ich frage den Lehrer.
Ich danke den Eltern. (Plural, 3. Fall)
Stolperstein
Im Plural heißt auch der Dativ den, dann bekommt das Nomen ein -n: Ich helfe den Kindern.
Richtig oder falsch?
✗ falschIch helfe den Freund.
✓ richtigIch helfe dem Freund.
✗ falschIch frage dem Lehrer.
✓ richtigIch frage den Lehrer.
Mini-Check: Was passt?
Ich helfe ___ Opa. (dem / den)
dem: Wem helfe ich? 3. Fall.
Wir besuchen ___ Onkel. (dem / den)
den: Wen besuchen wir? 4. Fall.
Das Buch gehört ___ Bruder. (dem / den)
dem: Wem gehört das Buch? 3. Fall.
Verben und Zeitformen
Zeitformen, Stammformen, Modalverben, Passiv und Konjunktiv.
8
Zeitformen: Alle 6 Zeiten im Überblick
Im Deutschen gibt es 6 Zeitformen: Präsens (Gegenwart), Präteritum (Mitvergangenheit, früher auch Imperfekt), Perfekt (Vergangenheit), Plusquamperfekt (Vorvergangenheit), Futur I (Zukunft) und Futur II (Vorzukunft).
Merktrick
Das Hilfsverb verrät die Zeit: habe oder bin + Partizip = Perfekt, hatte oder war + Partizip = Plusquamperfekt, werde + Nennform = Futur I.
Österreich: In der Schule heißt das Perfekt Vergangenheit und das Präteritum Mitvergangenheit. Im Gespräch verwendet man meist das Perfekt.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Präsens (Gegenwart): ich spiele
Präteritum (Mitvergangenheit): ich spielte
Perfekt (Vergangenheit): ich habe gespielt
Plusquamperfekt (Vorvergangenheit): ich hatte gespielt
Futur I (Zukunft): ich werde spielen
Futur II (Vorzukunft): ich werde gespielt haben
Stolperstein
In Erzählungen und Aufsätzen wird meist das Präteritum (Mitvergangenheit) verwendet. Wichtig ist vor allem, nicht ohne Grund zwischen den Zeiten zu wechseln.
Mini-Check: Was passt?
Welche Zeitform ist ich ging? (Präteritum / Perfekt)
Präteritum (Mitvergangenheit): ohne Hilfsverb.
Welche Zeitform ist ich werde lesen? (Futur I / Präsens)
Futur I (Zukunft): werde + Nennform.
Welche Zeitform ist wir hatten gegessen? (Plusquamperfekt / Perfekt)
Plusquamperfekt (Vorvergangenheit): hatte + Partizip.
9
Perfekt mit haben oder sein?
Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben (ich habe gelesen). Mit sein stehen Verben, die eine Bewegung oder eine Veränderung ausdrücken (ich bin gelaufen, sie ist eingeschlafen), dazu sein, bleiben und werden.
Merktrick
Bewegung von A nach B oder ein neuer Zustand? Dann sein. Sonst haben.
Österreich: Bei sitzen, stehen, liegen verwendet man in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz sein: ich bin gesessen, ich bin gestanden, ich bin gelegen. Das ist dort Standard. Im Norden sagt man ich habe gesessen.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Ich habe ein Buch gelesen.
Wir sind nach Hause gegangen.
Das Eis ist geschmolzen. (Veränderung)
Sie ist zu Hause geblieben.
Ich bin lange gesessen. (Österreich)
Stolperstein
Hat das Verb eine Ergänzung im 4. Fall, steht meist haben: Ich bin gefahren, aber Ich habe das Auto gefahren.
Richtig oder falsch?
✗ falschIch habe nach Hause gegangen.
✓ richtigIch bin nach Hause gegangen.
Mini-Check: Was passt?
Wir ___ ins Kino gegangen. (sind / haben)
sind: Bewegung von A nach B.
Ich ___ einen Brief geschrieben. (bin / habe)
habe: keine Bewegung, keine Veränderung.
Die Blume ___ verwelkt. (ist / hat)
ist: Die Blume verändert ihren Zustand.
10
Stammformen und starke Verben
Die 3 Stammformen eines Verbs sind Infinitiv (Nennform), Präteritum (Mitvergangenheit) und Partizip II (Mittelwort der Vergangenheit): gehen, ging, gegangen. Aus ihnen lassen sich alle Zeitformen bilden.
Merktrick
Schwache Verben behalten den Stammvokal und bekommen -te und -t: spielen, spielte, gespielt. Starke Verben ändern den Stammvokal: singen, sang, gesungen. Starke Verben lernt man am besten als Liste.
Es gibt 6 Modalverben (Hilfszeitwörter der Aussage): dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen. Sie verändern die Aussage eines Satzes und stehen mit einem zweiten Verb in der Nennform (Infinitiv) am Satzende.
Merktrick
Modalverb an 2. Stelle, das zweite Verb in der Nennform ans Ende: Ich muss heute lernen.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Ich kann gut schwimmen. (Fähigkeit)
Du darfst heute länger aufbleiben. (Erlaubnis)
Wir müssen um acht in der Schule sein. (Notwendigkeit)
Ihr sollt leise sein. (Auftrag)
Sie will Ärztin werden. (Wunsch, Absicht)
Ich mag keine Tomaten. (Vorliebe)
Stolperstein
Im Perfekt steht das Modalverb ebenfalls in der Nennform: Ich habe lernen müssen (nicht gemusst). Ohne zweites Verb heißt es aber: Ich habe es gemusst.
Richtig oder falsch?
✗ falschIch habe heute lernen gemusst.
✓ richtigIch habe heute lernen müssen.
Mini-Check: Was passt?
Du ___ hier nicht parken. (darfst / darf)
darfst: Das Modalverb richtet sich nach du.
Er hat lange warten ___. (müssen / gemusst)
müssen: Mit zweitem Verb steht das Modalverb in der Nennform.
Was drückt können in Ich kann schwimmen aus? (Fähigkeit / Erlaubnis)
Fähigkeit: Ich bin in der Lage zu schwimmen.
12
Passiv (Leideform): Vorgangspassiv und Zustandspassiv
Im Aktiv (Tatform) steht im Mittelpunkt, wer etwas tut: Der Hausmeister öffnet das Fenster. Im Passiv (Leideform) steht im Mittelpunkt, was geschieht: Das Fenster wird geöffnet. Das Vorgangspassiv bildet man mit werden + Partizip II, das Zustandspassiv mit sein + Partizip II.
Merktrick
Wer etwas tut, ist unwichtig oder unbekannt? Dann Passiv. Der Täter kann mit von genannt werden: Das Fenster wird vom Hausmeister geöffnet.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Das Auto wird repariert. (Vorgangspassiv, Präsens)
Das Auto wurde repariert. (Präteritum)
Das Auto ist repariert worden. (Perfekt)
Das Auto ist repariert. (Zustandspassiv)
Stolperstein
Vorgang oder Ergebnis? Das Fenster wird geöffnet (es passiert gerade). Das Fenster ist geöffnet (es ist jetzt offen).
Richtig oder falsch?
✗ falschDas Auto ist repariert geworden.
✓ richtigDas Auto ist repariert worden.
Mini-Check: Was passt?
Der Kuchen ___ gebacken. (wird / hat)
wird: Vorgangspassiv mit werden.
Aktiv oder Passiv: Die Kinder spielen Fußball.(Aktiv / Passiv)
Aktiv: Die Kinder tun etwas.
Das Haus ist 1990 gebaut ___. (worden / geworden)
worden: Im Passiv heißt es worden.
13
Konjunktiv 1 und 2 (Möglichkeitsform) und indirekte Rede
Der Konjunktiv (Möglichkeitsform) zeigt, dass etwas nicht als Tatsache gemeint ist. Der Konjunktiv 1 steht vor allem in der indirekten Rede: Sie sagt, sie sei krank. Der Konjunktiv 2 drückt Wünsche und Unwirkliches aus: Wenn ich Zeit hätte, käme ich mit.
Merktrick
Indirekte Rede: Konjunktiv 1. Klingt er gleich wie die Wirklichkeitsform (Indikativ), nimmt man den Konjunktiv 2: Sie sagen, sie hätten keine Zeit (statt haben).
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Direkte Rede: Tim sagt: „Ich bin müde.“
Indirekte Rede: Tim sagt, er sei müde.
Wunsch: Wenn ich doch Ferien hätte!
Höfliche Bitte:Könntest du mir helfen?
Stolperstein
Die würde-Form ersetzt den Konjunktiv 2, wenn er ungewohnt klingt: Ich würde dir helfen statt Ich hülfe dir.
Mini-Check: Was passt?
Lisa sagt, sie ___ morgen keine Zeit. (habe / hat)
habe: Konjunktiv 1 in der indirekten Rede.
Wenn ich Flügel ___, würde ich fliegen. (hätte / habe)
hätte: Konjunktiv 2 für Unwirkliches.
Die Kinder sagen, sie ___ Hunger. (hätten / haben)
hätten: Der Konjunktiv 1 haben klingt wie der Indikativ, darum Konjunktiv 2.
Satzbau: Satzarten, Satzglieder, Gliedsätze
Wie Sätze aufgebaut sind und wie man ihre Teile bestimmt.
Es gibt 3 Satzarten: Der Aussagesatz teilt etwas mit und endet mit Punkt. Der Fragesatz fragt und endet mit Fragezeichen. Der Aufforderungssatz fordert auf und endet meist mit Rufzeichen.
Merktrick
Die Stellung des Verbs hilft: Im Aussagesatz steht es an 2. Stelle. Bei Ja-Nein-Fragen steht es vorne (Kommst du?), bei W-Fragen nach dem Fragewort (Wann kommst du?). In der Aufforderung steht die Befehlsform vorne (Komm her!).
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Ich lese ein Buch.(Aussagesatz)
Liest du ein Buch?(Fragesatz)
Was liest du?(W-Frage)
Lies das Buch!(Aufforderungssatz)
Stolperstein
Manche Schulbücher nennen zusätzlich den Ausrufesatz: Wie schön das ist!
Mini-Check: Was passt?
Welche Satzart ist Schließ bitte die Tür? (Aufforderungssatz / Aussagesatz)
Aufforderungssatz: Die Befehlsform steht vorne.
Welches Zeichen gehört ans Ende: Wann beginnt das Training(? / .)
? Es ist ein Fragesatz.
Wo steht das Verb im Aussagesatz? (an 2. Stelle / am Ende)
an 2. Stelle: Ich lese ein Buch.
15
Satzglieder bestimmen: Subjekt, Prädikat, Objekt
Satzglieder sind die Bausteine eines Satzes. Die wichtigsten sind Prädikat (Satzaussage), Subjekt (Satzgegenstand), Objekte (Ergänzungen im 2., 3. und 4. Fall) und Adverbiale (Umstandsergänzungen von Zeit, Ort, Art und Weise, Grund).
Merktrick
Umstellprobe: Was beim Umstellen zusammenbleibt, ist ein Satzglied. Morgen | schenke | ich | meiner Schwester | ein Buch. → Ich | schenke | meiner Schwester | morgen | ein Buch.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Wer oder was? Subjekt: Die Lehrerin erklärt die Aufgabe.
Was tut …? Prädikat: Die Lehrerin erklärt die Aufgabe.
Wen oder was? Akkusativobjekt: Die Lehrerin erklärt die Aufgabe.
Wem? Dativobjekt: Sie erklärt den Kindern die Aufgabe.
Wann? Wo? Adverbiale: Sie erklärt heutein der Klasse die Aufgabe.
Stolperstein
Eine Beifügung (Attribut) ist kein eigenes Satzglied, sondern Teil eines Satzglieds: In das rote Auto gehört rote zum Satzglied das rote Auto.
Mini-Check: Was passt?
Was ist Der Hund in Der Hund bellt laut? (Subjekt / Objekt)
Subjekt (Satzgegenstand): Wer bellt?
Was ist meinem Opa in Ich helfe meinem Opa? (Dativobjekt / Akkusativobjekt)
Dativobjekt: Wem helfe ich?
Was ist am Abend in Wir essen am Abend? (Adverbiale / Subjekt)
Adverbiale der Zeit: Wann essen wir?
16
Hauptsatz oder Gliedsatz (Nebensatz)? Satzreihe, Satzgefüge, Relativsatz
Ein Hauptsatz kann allein stehen, das gebeugte Verb steht an 2. Stelle. Ein Gliedsatz (Nebensatz) hängt von einem Hauptsatz ab, das gebeugte Verb steht am Ende. Zwei Hauptsätze bilden eine Satzreihe (Hauptsatzreihe), Hauptsatz und Gliedsatz ein Satzgefüge.
Merktrick
Gliedsätze beginnen oft mit einem Bindewort (weil, dass, wenn, obwohl, als) oder einem Relativpronomen (der, die, das). Zwischen Haupt- und Gliedsatz steht ein Beistrich, mehr dazu bei den Beistrichregeln.
Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check
Beispiele
Satzreihe: Ich lerne, aber mein Bruder spielt.
Satzgefüge: Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.
Relativsatz: Das ist der Hund, der immer bellt.
Zeitsatz: Als ich nach Hause kam, schlief die Katze.
Bedingungssatz: Wenn es regnet, bleiben wir drinnen.
Weitere Gliedsatzarten: Begründungssatz (weil), Absichtssatz (damit), Folgesatz (sodass).
Stolperstein
Als oder wenn?als steht für ein einmaliges Ereignis in der Vergangenheit (Als ich klein war, …), wenn für Wiederholtes, Gegenwart und Zukunft (Immer wenn es regnet, …).
Richtig oder falsch?
✗ falschAls ich jeden Sommer ans Meer fuhr, war ich glücklich.
✓ richtigImmer wenn ich im Sommer ans Meer fuhr, war ich glücklich.
Mini-Check: Was passt?
___ ich gestern heimkam, war niemand da. (Als / Wenn)
Als: einmaliges Ereignis in der Vergangenheit.
Ist weil es regnet ein Haupt- oder Gliedsatz? (Gliedsatz / Hauptsatz)
Gliedsatz: Das gebeugte Verb steht am Ende.
Das ist das Buch, ___ mir gefällt. (das / dass)
das: Relativpronomen, man kann welches einsetzen.
Österreichisches Deutsch: Besonderheiten der Grammatik
Österreichisches Deutsch ist eine eigene Standardvarietät. Was in Österreich üblich ist, ist kein Fehler, auch wenn es in Deutschland anders heißt.
ich bin gesessenBei sitzen, stehen, liegen bildet man das Perfekt in Österreich mit sein.
Perfekt und PräteritumIm Gespräch meist Perfekt (Vergangenheit), in Erzählungen meist Präteritum (Mitvergangenheit).
um fünf EuroIn Österreich kauft man etwas um fünf Euro, in Deutschland für fünf Euro.
Fugen-sZusammensetzungen wie Schweinsbraten oder Zugsverspätung sind in Österreich üblich.
Schulbegriffe
In vielen österreichischen Schulbüchern stehen deutsche Begriffe wie Mitvergangenheit, Werfall, Leideform oder Möglichkeitsform. Auf dieser Seite stehen sie immer in Klammern hinter dem Fachbegriff, die vollständige Liste finden Sie bei den grammatischen Begriffen.
8 Fragen zu den Themen von oben. Nach jeder Antwort gibt es sofort die Erklärung, am Ende Tipps, was sich zu wiederholen lohnt.
Deutsch Grammatik üben mit eduactive
Regeln zu verstehen ist der erste Schritt, sicher werden sie durch Üben. Die interaktiven Lernhilfen von eduactive sind Übungsmaterial ergänzend zum Unterricht, werten jede Übung automatisch aus und geben sofort Rückmeldung. Für die nächste Schularbeit hilft der Fünf-Tage-Plan unter Schularbeitsvorbereitung.
In der Schule unterscheidet man meist 10 Wortarten: Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektiv, Verb, Numerale, Adverb, Präposition, Konjunktion und Interjektion. Manche Schulbücher unterscheiden zusätzlich Subjunktion und Partikel.
Wie viele Zeitformen gibt es?
Es gibt 6 Zeitformen: Präsens (Gegenwart), Präteritum (Mitvergangenheit), Perfekt (Vergangenheit), Plusquamperfekt (Vorvergangenheit), Futur I (Zukunft) und Futur II (Vorzukunft).
Heißt es „ich bin gesessen“ oder „ich habe gesessen“?
Beides ist Standard. In Österreich, Süddeutschland und der Schweiz bilden sitzen, stehen und liegen das Perfekt mit sein (ich bin gesessen), im Norden mit haben (ich habe gesessen).
Welche Präpositionen stehen mit Dativ?
Immer mit Dativ stehen aus, bei, mit, nach, seit, von, zu. Die Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen stehen mit Dativ, wenn man Wo? fragt, und mit Akkusativ bei Wohin?.
Wann verwendet man Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2?
Den Konjunktiv 1 verwendet man vor allem in der indirekten Rede (Sie sagt, sie sei krank.). Den Konjunktiv 2 für Wünsche, Unwirkliches und höfliche Bitten (Wenn ich Zeit hätte, …) und als Ersatz, wenn der Konjunktiv 1 wie der Indikativ klingt.
Was ist der Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt?
Beide beschreiben Vergangenes. Das Perfekt (in Österreich: Vergangenheit) verwendet man vor allem beim Sprechen, das Präteritum (Mitvergangenheit) vor allem in Erzählungen und geschriebenen Texten.
In welcher Reihenfolge lernt man Grammatik am besten?
Am besten von den Bausteinen zum Satz: zuerst die Wortarten, dann die 4 Fälle und die Zeitformen, danach die Satzglieder und zuletzt Haupt- und Gliedsätze. Wer die Wortarten sicher erkennt, findet sich bei Fällen und Satzgliedern viel leichter zurecht.
Muss man die Schulbegriffe wie Mitvergangenheit kennen?
Welche Begriffe verwendet werden, hängt vom Schulbuch und von der Lehrperson ab. Sicher ist man, wenn man beide zuordnen kann, also zum Beispiel weiß, dass Mitvergangenheit und Präteritum dasselbe meinen.
Wie lerne ich Grammatik für die Schularbeit?
Zuerst die Themen aufschreiben, die drankommen, dann zu jedem Thema ein paar Übungen machen und gezielt wiederholen, was noch nicht sitzt. Mit interaktiven Übungen wie DON'T PANIC! Deutsch Grammatik (HELBLING) und Deutsch mit Fred Grammatik (G&G) sieht man sofort, was schon sitzt. Einen einfachen Fünf-Tage-Plan finden Sie unter Schularbeitsvorbereitung, alle Deutsch-Übungen unter Deutsch.
Welche Lernhilfe passt zu welcher Klasse?
Die 1. Klasse Mittelschule oder AHS ist die 5. Schulstufe. DON'T PANIC! Deutsch Grammatik 1+2 passt für die 1. und 2. Klasse. Bei Deutsch mit Fred ist Grammatik I für die 1. Klasse, Grammatik II für die 2. Klasse und Grammatik III ab der 3. Klasse bis zur Matura gedacht.
Kann man die Lernhilfen vorher ausprobieren?
Ja. Auf den Produktseiten gibt es kostenlose Demo-Module. Die Lernhilfen laufen direkt im Browser auf Tablet, Laptop, PC und Smartphone.
Was kostet eine Lizenz und verlängert sie sich automatisch?
Einzellizenzen gibt es ab € 11,90 für 3 Monate. Die Lizenz verlängert sich nicht automatisch. Die genauen Laufzeiten und Preise stehen auf der jeweiligen Produktseite.