Rechnungswesen

Was ist ein Buchungssatz? Rechnungswesen einfach erklärt für HAK, HLW und Tourismusschulen

Ein Buchungssatz zeigt, welche Konten bei einem Geschäftsfall angesprochen werden und auf welcher Seite gebucht wird. Hier finden Sie alles zum Einstieg: Soll und Haben, die Buchungsregeln, Umsatzsteuer und Vorsteuer, Skonto, Abschreibung, Rechnungsabgrenzung und den Jahresabschluss. Mit Merktricks, Beispielen, Mini-Checks und Quiz, passend zu Unternehmensrechnung und Rechnungswesen in Österreich.

5 Stolpersteine in der Schularbeit

Rechnungswesen im Überblick

Ein Klick auf ein Thema springt zur passenden Regel und klappt die Beispiele auf.

Grundlagen: Rechnungswesen und doppelte Buchführung

Konten, Soll und Haben, Buchungssatz

Laufende Geschäftsfälle mit 20 % Umsatzsteuer

Jahresabschluss und Kontenrahmen

Alle Regeln auf einen Blick

ThemaRegelMerktrick
Was ist Rechnungswesen?Das Rechnungswesen erfasst, kontrolliert und plant die Zahlen eines Unternehmens. Man unterscheidet externes und internes Rechnungswesen.extern: nach außen, intern: nach innen
Rechnungswesen oder Buchhaltung?Die Buchhaltung (Finanzbuchhaltung) ist ein Teil des Rechnungswesens, das Rechnungswesen umfasst auch Kostenrechnung, Auswertung und Planung.Buchhaltung ist ein Teil
Doppelte BuchführungBei der doppelten Buchführung wird jeder Geschäftsfall auf mindestens zwei Konten gebucht, im Soll und im Haben, immer mit gleichem Betrag.Soll-Summe = Haben-Summe
Inventur, Inventar und BilanzDie Inventur zählt, das Inventar listet auf, die Bilanz stellt Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) gegenüber. Beide Seiten sind gleich groß.Aktiva links, Passiva rechts
Bestandskonten und ErfolgskontenBestandskonten (aktiv und passiv) bilden die Bilanz ab, Erfolgskonten (Aufwand und Ertrag) die Gewinn- und Verlustrechnung.Bilanz oder GuV?
Soll und HabenAktivkonto: Zugang im Soll, Abgang im Haben. Passivkonto: Zugang im Haben, Abgang im Soll. Aufwand im Soll, Ertrag im Haben.Aktiv wie die Bilanz: links rein
Was ist ein Buchungssatz?Ein Buchungssatz zeigt, welche Konten bei einem Geschäftsfall angesprochen werden und auf welcher Seite. Er lautet immer: Soll an Haben, Betrag.Soll an Haben, Betrag
Buchungssatz bilden in 5 SchrittenBeleg lesen, Konten finden, Kontenart bestimmen, Zugang oder Abgang festlegen, Satz formulieren und prüfen.Beleg, Konten, Art, Seite, Probe
Einfacher und zusammengesetzter BuchungssatzEinfacher Buchungssatz: genau 2 Konten. Zusammengesetzter Buchungssatz: mindestens 3 Konten, zum Beispiel mit Vorsteuer.Mit Steuer meist zusammengesetzt
Umsatzsteuer und Vorsteuer buchenEingangsrechnung: Vorsteuer im Soll. Ausgangsrechnung: Umsatzsteuer im Haben. Zahllast = Umsatzsteuer minus Vorsteuer.Vorsteuer Soll, Umsatzsteuer Haben
Einkauf, Verkauf und ZahlungRechnung und Zahlung sind zwei getrennte Buchungen: erst Forderung oder Verbindlichkeit, dann Bank oder Kassa.Zwei Buchungen: Rechnung, Zahlung
Skonto buchenSkonto mindert die Zahlung. Der Netto-Skonto ist ein Skontoertrag, der Steueranteil korrigiert die Vorsteuer.Skonto brutto: netto + Steuer teilen
Anlagen kaufen und abschreibenAnlagen werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben: Abschreibungen (Soll) an Anlagenkonto (Haben). Im ersten Jahr gilt die Halbjahresregel.Erstes Halbjahr voll, zweites halb
Vorarbeiten zum JahresabschlussVor dem Abschluss werden Bestände bewertet, Ausgaben und Einnahmen abgegrenzt (ARA, PRA) und ungewisse Schulden zurückgestellt.ARA: Ausgabe jetzt, Aufwand später
Summen- und Saldenbilanz, GuV und BilanzErfolgskonten werden über das GuV-Konto abgeschlossen, der Gewinn geht ins Eigenkapital. Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.Erfolg über GuV, Bestand über SBK
Kontenrahmen und KontenplanDer Einheitskontenrahmen hat 10 Klassen: 0 bis 3 Bilanz, 4 bis 8 GuV, 9 Eigenkapital und Abschluss. Jedes Unternehmen leitet daraus seinen Kontenplan ab.0 bis 3 Bilanz, 4 bis 8 GuV

Fachbegriffe im Rechnungswesen

Die wichtigsten Begriffe mit kurzer Erklärung, damit Schulbuch und Schularbeit keine Rätsel mehr aufgeben.

Alle 29 Begriffe anzeigen
Begriff
Bedeutung
Begriff
Bedeutung
Aktiva
Vermögensseite der Bilanz (links)
Passiva
Kapitalseite der Bilanz (rechts)
Aktivkonto
Bestandskonto für Vermögen, Zugang im Soll
Passivkonto
Bestandskonto für Kapital und Schulden, Zugang im Haben
Bestandskonto
Konto, das aus der Bilanz kommt
Erfolgskonto
Aufwands- oder Ertragskonto, gehört zur GuV
Soll / Haben
linke und rechte Kontenseite
Buchungssatz
Buchungsanweisung „Soll an Haben, Betrag“, auch Buchungsformel oder Kontenanruf
T-Konto
Kontenform mit Soll links und Haben rechts
Beleg
Nachweis für einen Geschäftsfall, zum Beispiel ER, AR, Kassabeleg
ER / AR
Eingangsrechnung / Ausgangsrechnung
Kassa
österreichisch für Kasse (Bargeldbestand)
Vorsteuer
Umsatzsteuer aus Eingangsrechnungen, abziehbar
Umsatzsteuer
Steuer aus Ausgangsrechnungen, Schuld gegenüber dem Finanzamt
Zahllast
Umsatzsteuer minus Vorsteuer
Skonto
Preisnachlass bei rascher Zahlung
AfA
Absetzung für Abnutzung, Abschreibung
Halbjahresregel
steuerliche Regel: Nutzung im ersten Jahr mehr als 6 Monate = volle AfA, sonst halbe
ARA / PRA
Aktive / Passive Rechnungsabgrenzung
Rückstellung
Posten für ungewisse Schulden
Inventur
Zählen und Bewerten von Vermögen und Schulden
Inventar
genaues Verzeichnis von Vermögen und Schulden
Summenbilanz
Summen von Soll und Haben je Konto
Saldenbilanz
Saldo (Überhang) je Konto
GuV
Gewinn- und Verlustrechnung
SBK
Schlussbilanzkonto, Abschlusskonto für Bestandskonten
EKR
Österreichischer Einheitskontenrahmen
Kontenplan
Liste der Konten, die ein Unternehmen tatsächlich führt
UGB
Unternehmensgesetzbuch

Grundlagen: Rechnungswesen und doppelte Buchführung

Wozu es das Rechnungswesen gibt und was die doppelte Buchführung ausmacht.

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Was ist Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen erfasst alle Geschäftsvorgänge eines Unternehmens in Zahlen. Seine vier Aufgaben sind Dokumentation (jeder Vorgang wird belegt), Information (für Unternehmensführung und Behörden), Kontrolle (Ist die Entwicklung wie geplant?) und Planung (Grundlage für Entscheidungen). Das externe Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung) richtet sich nach außen, etwa an Finanzamt und Banken. Das interne Rechnungswesen (Kostenrechnung, Controlling) dient der Unternehmensführung.

Merktrick

Extern = für andere, gesetzlich geregelt. Intern = für das Unternehmen selbst, frei gestaltbar.

Österreich: An der HAK heißt das Fach derzeit Unternehmensrechnung, früher Rechnungswesen. Für die Handelsakademien ist ab dem Schuljahr 2027/28 das neue Fach Rechnungswesen, Datenanalyse und Reporting geplant.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Dokumentation: Jede Eingangsrechnung wird als Beleg aufbewahrt.
  • Information: Die Bilanz zeigt der Bank, wie das Unternehmen dasteht.
  • Kontrolle: Wurden die Kosten des Quartals eingehalten?
  • Planung: Wie viel Budget steht für das nächste Jahr zur Verfügung?

Stolperstein

Das Rechnungswesen ist mehr als Buchhaltung: Die Buchhaltung ist ein Teil davon (siehe nächster Abschnitt).

Mini-Check: Was passt?

Die Bilanz richtet sich vor allem an Banken und das Finanzamt. Welches Rechnungswesen ist das? (extern / intern)
extern: Es richtet sich an Außenstehende.
Die Kostenrechnung gehört zum ... (internen / externen Rechnungswesen)
internen Rechnungswesen: Sie dient der Unternehmensführung.
Welche Aufgabe hat das Aufbewahren von Belegen? (Dokumentation / Planung)
Dokumentation: Jeder Vorgang muss nachweisbar sein.
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Rechnungswesen oder Buchhaltung: Was ist der Unterschied?

Rechnungswesen und Buchhaltung sind nicht dasselbe. Die Buchhaltung (Finanzbuchhaltung) gehört zum externen Rechnungswesen und erfasst und dokumentiert die Geschäftsvorfälle. Das Rechnungswesen umfasst darüber hinaus Analyse, Planung und Kontrolle, zum Beispiel die Kostenrechnung und die Budgetplanung.

Merktrick

Buchhaltung = Erfassen und Buchen. Rechnungswesen = Buchen, Auswerten, Planen.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Eine Eingangsrechnung buchen: Buchhaltung.
  • Die Selbstkosten eines Produkts berechnen: Kostenrechnung, also internes Rechnungswesen.
  • Das Budget für das kommende Jahr festlegen: Planungsrechnung.

Stolperstein

In der Umgangssprache wird oft beides gleichgesetzt. In der Schule und in Prüfungen sollte man die Begriffe trennen. Das Fach heißt an der HAK Unternehmensrechnung, an Handelsschulen Rechnungswesen.

Mini-Check: Was passt?

Die Buchhaltung ist ... (ein Teil des Rechnungswesens / dasselbe wie die Kostenrechnung)
ein Teil des Rechnungswesens: Sie ist das externe Rechnungswesen.
Eine Budgetplanung gehört zur ... (Planungsrechnung / Finanzbuchhaltung)
Planungsrechnung: Sie blickt in die Zukunft.
Eine Eingangsrechnung zu buchen ist Aufgabe der ... (Buchhaltung / Kostenrechnung)
Buchhaltung: Sie erfasst Geschäftsvorfälle.
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Doppelte Buchführung: Wie funktioniert sie?

Bei der doppelten Buchführung (Doppik) wird jeder Geschäftsfall auf mindestens zwei Konten gebucht: einmal im Soll, einmal im Haben, immer mit demselben Betrag. So zeigt sie nicht nur, was ein Unternehmen hat, sondern auch, woher es kommt. Zusätzlich ermittelt sie den Erfolg, also Gewinn oder Verlust, zweifach: über die Bilanz und über die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Die einfache Alternative ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

Merktrick

Doppelt heißt: Zwei Konten, zwei Seiten, ein Betrag. Soll und Haben müssen immer gleich groß sein.

Österreich: Kapitalgesellschaften wie die GmbH führen immer doppelte Buchführung. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften hängt die Pflicht von Umsatzgrenzen ab (§ 189 UGB). Die aktuellen Grenzen stehen im Unternehmensserviceportal usp.gv.at.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Bürostuhl um 200 € bar gekauft: Betriebs- und Geschäftsausstattung nimmt zu, Kassa nimmt ab.
  • Darlehen aufgenommen: Bank nimmt zu, Darlehensschuld nimmt zu.
  • Miete bezahlt: Mietaufwand steigt, Bank sinkt.

Stolperstein

„Doppelt“ bedeutet nicht, dass alles zweimal geschrieben wird, sondern dass jeder Vorgang zwei Auswirkungen hat, etwa weniger Kassa und mehr Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Mini-Check: Was passt?

Auf wie vielen Konten wird ein Geschäftsfall mindestens gebucht? (2 / 1)
2: Mindestens ein Konto im Soll und eines im Haben.
Soll- und Haben-Summe eines Buchungssatzes sind ... (gleich groß / verschieden)
gleich groß: Sonst stimmt die Buchung nicht.
Welche Gewinnermittlung ist die einfachere Alternative? (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung / Bilanz)
Einnahmen-Ausgaben-Rechnung: Sie kommt ohne Bilanz aus.
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Inventur, Inventar und Bilanz

Bei der Inventur werden Vermögen und Schulden gezählt und bewertet. Das Ergebnis ist das Inventar (genaues Verzeichnis). Die Bilanz stellt es kurz gegenüber: links die Aktiva (Mittelverwendung: Was hat das Unternehmen?), rechts die Passiva (Mittelherkunft: Woher kommt das Kapital?). Es gilt: Vermögen = Eigenkapital + Fremdkapital.

Merktrick

Aktiva = was ich habe (links). Passiva = woher das Geld kommt (rechts). Beide Seiten sind immer gleich groß.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Aktiva: Betriebs- und Geschäftsausstattung, Waren, Forderungen, Bank, Kassa.
  • Passiva: Eigenkapital, Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
  • Vermögen 50.000 €, Schulden 20.000 €: Das Eigenkapital beträgt 30.000 €.

Stolperstein

Das Eigenkapital steht auf der Passivseite. Es ist der Teil des Vermögens, der dem Eigentümer gehört, also Vermögen minus Schulden.

Mini-Check: Was passt?

Auf welcher Seite der Bilanz steht die Bank (Guthaben)? (Aktiva / Passiva)
Aktiva: Es ist Vermögen.
Auf welcher Seite steht ein Bankdarlehen? (Passiva / Aktiva)
Passiva: Es ist Fremdkapital.
Vermögen 80.000 €, Schulden 30.000 €. Wie hoch ist das Eigenkapital? (50.000 € / 110.000 €)
50.000 €: Vermögen minus Schulden.

Konten, Soll und Haben, Buchungssatz

Die Bausteine, aus denen jeder Buchungssatz entsteht.

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Bestandskonten und Erfolgskonten: Welche Konten gibt es?

Ein Konto hat die Form eines T: links Soll, rechts Haben. Bestandskonten kommen aus der Bilanz: Aktivkonten (Vermögen, zum Beispiel Kassa, Bank, Waren) und Passivkonten (Kapital und Schulden, zum Beispiel Eigenkapital, Darlehen, Lieferverbindlichkeiten). Erfolgskonten zeigen Aufwand (zum Beispiel Miete, Löhne) und Ertrag (zum Beispiel Erlöse) und gehören zur Gewinn- und Verlustrechnung.

Merktrick

Frage: Steht das Konto in der Bilanz? Dann Bestandskonto. Steht es in der GuV? Dann Erfolgskonto.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Aktivkonten: Kassa, Bank, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Forderungen, Vorsteuer.
  • Passivkonten: Eigenkapital, Darlehen, Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer.
  • Aufwandskonten: Mietaufwand, Büromaterial, Löhne, Abschreibungen.
  • Ertragskonten: Erlöse, Zinserträge, Skontoerträge.

Stolperstein

Die Vorsteuer ist ein Aktivkonto (Forderung gegenüber dem Finanzamt), die Umsatzsteuer ein Passivkonto (Schuld gegenüber dem Finanzamt). Beides sind keine Erfolgskonten.

Mini-Check: Was passt?

Welche Kontenart ist die Kassa? (Aktivkonto / Passivkonto)
Aktivkonto: Sie ist Vermögen.
Welche Kontenart ist das Konto Mietaufwand? (Erfolgskonto / Bestandskonto)
Erfolgskonto: Es ist ein Aufwandskonto.
Die Umsatzsteuer ist ein ... (Passivkonto / Aktivkonto)
Passivkonto: Es ist eine Schuld gegenüber dem Finanzamt.
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Soll und Haben: Die Buchungsregeln

Soll steht immer links, Haben rechts. Auf Aktivkonten werden Zugänge im Soll gebucht, Abgänge im Haben. Auf Passivkonten ist es umgekehrt: Zugänge im Haben, Abgänge im Soll. Aufwendungen stehen im Soll, Erträge im Haben.

Merktrick

Aktivkonten stehen in der Bilanz links, dort wächst der Bestand links, im Soll. Passivkonten stehen rechts, dort wächst der Bestand im Haben. Aufwand links, Ertrag rechts.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Kassa nimmt zu (Aktiv): Soll.
  • Bank nimmt ab (Aktiv): Haben.
  • Darlehen nimmt zu (Passiv): Haben.
  • Lieferverbindlichkeit wird bezahlt (Passiv nimmt ab): Soll.
  • Mietaufwand entsteht: Soll. Erlöse entstehen: Haben.

Stolperstein

„Soll“ und „Haben“ haben nichts mit „sollen“ oder „besitzen“ zu tun. Es sind nur Namen für die linke und die rechte Kontenseite.

Richtig oder falsch?

✗ falschKassa (Zugang) im Haben
✓ richtigKassa (Zugang) im Soll
✗ falschDarlehen (Zugang) im Soll
✓ richtigDarlehen (Zugang) im Haben

Mini-Check: Was passt?

Das Aktivkonto Bank nimmt zu. Wo wird gebucht? (Soll / Haben)
Soll: Zugang auf Aktivkonten steht im Soll.
Das Passivkonto Darlehen nimmt zu. Wo wird gebucht? (Haben / Soll)
Haben: Zugang auf Passivkonten steht im Haben.
Ein Aufwandskonto wird gebucht. Wo? (Soll / Haben)
Soll: Aufwendungen stehen im Soll.
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Was ist ein Buchungssatz?

Ein Buchungssatz ist die kurze Buchungsanweisung für einen Geschäftsfall. Er zeigt, welche Konten angesprochen werden und auf welcher Seite gebucht wird. Er lautet immer „Soll an Haben, Betrag“. Vorne steht das Sollkonto, nach dem „an“ das Habenkonto. Mindestens zwei Konten sind beteiligt, Soll- und Habensumme sind gleich groß. Andere Namen für den Buchungssatz sind Buchungsformel und Kontenanruf.

Merktrick

Eselsbrücke: Wo ein „per“ ist, ist auch ein „an“. Man kann also auch sagen: „per Soll an Haben“.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Bürostuhl um 200 € bar gekauft (ohne USt): Betriebs- und Geschäftsausstattung an Kassa 200.
  • Bareinzahlung auf das Bankkonto: Bank an Kassa 500.
  • Zinsen werden von der Bank abgebucht: Zinsaufwand an Bank 75.

Stolperstein

Das Sollkonto steht vorne, das Habenkonto nach dem „an“. Der Betrag steht am Ende. Bei zusammengesetzten Buchungssätzen stehen mehrere Konten vor oder nach dem „an“.

Richtig oder falsch?

✗ falschKassa an Betriebs- und Geschäftsausstattung 200
✓ richtigBetriebs- und Geschäftsausstattung an Kassa 200
✗ falschSoll Kassa 200 / Haben Kassa 200
✓ richtigBetriebs- und Geschäftsausstattung an Kassa 200

Mini-Check: Was passt?

Wie lautet der Aufbau eines Buchungssatzes? (Soll an Haben, Betrag / Haben an Soll, Betrag)
Soll an Haben, Betrag: Das Sollkonto steht vorne.
Wie viele Konten sind mindestens beteiligt? (2 / 3)
2: Mindestens ein Soll- und ein Habenkonto.
Bareinzahlung auf das Bankkonto: Welcher Buchungssatz stimmt? (Bank an Kassa / Kassa an Bank)
Bank an Kassa: Die Bank nimmt zu (Soll), die Kassa ab (Haben).
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Buchungssatz bilden in 5 Schritten

So geht man vor: 1. Beleg lesen (Was ist passiert?). 2. Konten finden (Welche Konten sind betroffen?). 3. Kontenart bestimmen (Bestandskonto oder Erfolgskonto, aktiv oder passiv?). 4. Zugang oder Abgang festlegen und damit Soll oder Haben. 5. Satz formulieren und prüfen: „Soll an Haben, Betrag“, Soll gleich Haben.

Merktrick

Immer zuerst fragen: Was nimmt zu, was nimmt ab? Erst danach kommt Soll oder Haben.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Geschäftsfall: Wir kaufen einen Tisch um 800 € bar (ohne USt).
  • 1 und 2: Betroffen sind Betriebs- und Geschäftsausstattung und Kassa.
  • 3: Beide sind Aktivkonten.
  • 4: Betriebs- und Geschäftsausstattung nimmt zu (Soll), Kassa nimmt ab (Haben).
  • 5: Betriebs- und Geschäftsausstattung an Kassa 800.

Stolperstein

Der häufigste Fehler ist, die Kontenseiten aus dem Bauch zu raten. Wer die Kontenart bestimmt und Zugang oder Abgang prüft, kommt zuverlässig zum richtigen Satz.

Mini-Check: Was passt?

Wir überweisen 400 € von der Bank auf das Kassakonto. Soll? (Kassa / Bank)
Kassa: Sie nimmt zu, die Bank nimmt ab.
Ein Kunde bezahlt eine offene Rechnung per Überweisung. Welche Konten sind betroffen? (Bank und Forderungen / Kassa und Erlöse)
Bank und Forderungen: Die Bank nimmt zu, die Forderung nimmt ab.
Was prüft man im 5. Schritt? (Soll gleich Haben / Haben größer als Soll)
Soll gleich Haben: Beide Seiten sind gleich groß.
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Einfacher und zusammengesetzter Buchungssatz

Ein einfacher Buchungssatz betrifft genau zwei Konten (Bank an Kassa 500). Ein zusammengesetzter Buchungssatz betrifft mindestens drei Konten, weil mehrere Konten im Soll oder im Haben stehen (Büromaterial 50 und Vorsteuer 10 an Kassa 60). Auch dann gilt: Die Summe im Soll ist gleich der Summe im Haben.

Merktrick

Sobald Umsatzsteuer oder Vorsteuer im Spiel ist, wird der Buchungssatz meist zusammengesetzt.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Einfach: Bank an Kassa 500.
  • Zusammengesetzt: Büromaterial 50, Vorsteuer 10 an Kassa 60.
  • Zusammengesetzt: Forderungen 120 an Erlöse 100, Umsatzsteuer 20.

Stolperstein

Auf der längeren Seite stehen die Teilbeträge, auf der anderen der Gesamtbetrag. Im Beispiel: 50 + 10 = 60.

Richtig oder falsch?

✗ falschBüromaterial 50, Vorsteuer 10 an Kassa 50
✓ richtigBüromaterial 50, Vorsteuer 10 an Kassa 60

Mini-Check: Was passt?

Büromaterial 50, Vorsteuer 10 an Kassa ___ (60 / 40)
60: 50 plus 10, die Summen müssen gleich sein.
Wie viele Konten hat ein einfacher Buchungssatz? (2 / 3)
2: Genau ein Soll- und ein Habenkonto.
Forderungen 120 an Erlöse 100 und Umsatzsteuer ___ (20 / 100)
20: 120 minus 100.

Laufende Geschäftsfälle mit 20 % Umsatzsteuer

Einkauf, Verkauf, Zahlung, Skonto und Abschreibung: die Standardfälle, die man in jeder Schularbeit braucht.

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Umsatzsteuer und Vorsteuer buchen (20 %)

In Österreich beträgt der Normalsteuersatz 20 %. Auf einer Eingangsrechnung (ER) ist die Umsatzsteuer für das Unternehmen Vorsteuer: Sie wird im Soll gebucht (Aktivkonto, Forderung gegenüber dem Finanzamt). Auf einer Ausgangsrechnung (AR) schuldet das Unternehmen die Umsatzsteuer: Sie wird im Haben gebucht (Passivkonto, Schuld gegenüber dem Finanzamt). Die Zahllast ist die Umsatzsteuer abzüglich der Vorsteuer.

Merktrick

Vorsteuer: Ich zahle sie, ich bekomme sie zurück, also links (Soll). Umsatzsteuer: Ich kassiere sie für den Staat, also rechts (Haben). Brutto geteilt durch 1,2 ergibt netto.

Österreich: Neben 20 % gibt es ermäßigte Sätze, etwa 10 % und 13 % für bestimmte Waren und Leistungen. In Schulbeispielen wird meist mit 20 % gerechnet.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Eingangsrechnung: Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.000, Vorsteuer 200 an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.200.
  • Ausgangsrechnung: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.200 an Erlöse 1.000, Umsatzsteuer 200.
  • Zahllast: Umsatzsteuer 500, Vorsteuer 200: Zahllast 300 an das Finanzamt.
  • Abschluss der Steuerkonten: Umsatzsteuer 500 an Vorsteuer 200 und Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 300.

Stolperstein

Die Vorsteuer wird im Buchungssatz nie als Aufwand gebucht. Auf dem Aufwandskonto steht nur der Nettobetrag.

Richtig oder falsch?

✗ falschForderungen 1.000 an Erlöse 1.000, Umsatzsteuer 200
✓ richtigForderungen 1.200 an Erlöse 1.000, Umsatzsteuer 200
✗ falschBetriebs- und Geschäftsausstattung 1.200, Vorsteuer 200 an Verbindlichkeiten 1.200
✓ richtigBetriebs- und Geschäftsausstattung 1.000, Vorsteuer 200 an Verbindlichkeiten 1.200

Mini-Check: Was passt?

Eingangsrechnung 1.200 € brutto (20 % USt). Wie hoch ist die Vorsteuer? (200 / 240)
200: 1.200 geteilt durch 1,2 ergibt 1.000 netto, die Differenz ist die Steuer.
Auf welcher Seite wird die Umsatzsteuer einer Ausgangsrechnung gebucht? (Haben / Soll)
Haben: Sie ist eine Schuld gegenüber dem Finanzamt.
Umsatzsteuer 800, Vorsteuer 500. Wie hoch ist die Zahllast? (300 / 1.300)
300: Umsatzsteuer minus Vorsteuer.
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Einkauf, Verkauf und Zahlung buchen

Wird eine Rechnung nicht sofort bezahlt, gibt es zwei Buchungen: Zuerst die Rechnung (Eingangsrechnung erzeugt eine Verbindlichkeit, Ausgangsrechnung eine Forderung), später die Zahlung über Bank oder Kassa, die diese wieder ausgleicht. Wird sofort bezahlt, kommt die Bank oder Kassa direkt im Buchungssatz vor.

Merktrick

Rechnung ohne Zahlung: Konto Forderung oder Verbindlichkeit. Zahlung: Bank oder Kassa gegen Forderung oder Verbindlichkeit.

Österreich: Statt „Kasse“ sagt man „Kassa“. In vielen Schulbüchern heißen die Konten Lieferforderungen und Lieferverbindlichkeiten, im Einheitskontenrahmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Einkauf auf Rechnung: Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.000, Vorsteuer 200 an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.200.
  • Zahlung der Rechnung: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.200 an Bank 1.200.
  • Verkauf auf Rechnung: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.200 an Erlöse 1.000, Umsatzsteuer 200.
  • Kunde zahlt: Bank 1.200 an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.200.

Stolperstein

Beim Ausgleich bleibt die Umsatzsteuer unberührt: Sie wurde schon bei der Rechnung gebucht.

Richtig oder falsch?

✗ falschBank 1.200 an Verbindlichkeiten 1.200 (Zahlung unserer ER)
✓ richtigVerbindlichkeiten 1.200 an Bank 1.200 (Zahlung unserer ER)

Mini-Check: Was passt?

Wir bezahlen eine offene Eingangsrechnung per Überweisung. Soll? (Verbindlichkeiten / Bank)
Verbindlichkeiten: Die Schuld nimmt ab (Passivkonto im Soll).
Ein Kunde überweist eine offene Ausgangsrechnung. Haben? (Forderungen / Bank)
Forderungen: Die Forderung nimmt ab (Aktivkonto im Haben).
Muss beim Zahlungsausgleich die Umsatzsteuer erneut gebucht werden? (Nein / Ja)
Nein: Sie wurde bereits bei der Rechnung gebucht.
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Skonto buchen: Skontoertrag und Vorsteuerberichtigung

Skonto ist ein Preisnachlass für rasche Zahlung. Er wird vom Rechnungsbetrag (brutto) berechnet und enthält Umsatzsteuer. Der Nettoanteil ist für den Käufer ein Skontoertrag (Haben), der Steueranteil mindert die Vorsteuer (Haben). Beim Verkäufer ist es umgekehrt: Der Nettoanteil ist ein Skontoaufwand, der Steueranteil mindert die Umsatzsteuer.

Merktrick

Skonto brutto geteilt durch 1,2 ergibt den Skonto netto. Die Differenz ist die Steuer.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Eingangsrechnung 1.200 € brutto, 2 % Skonto: Skonto brutto 24 €, netto 20 €, Steuer 4 €.
  • Buchung bei Zahlung: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.200 an Bank 1.176, Skontoerträge 20, Vorsteuer 4.
  • Probe: Soll 1.200 gleich Haben 1.176 plus 20 plus 4.

Stolperstein

Auf dem Konto Verbindlichkeiten wird immer der volle Rechnungsbetrag ausgebucht, nicht der Zahlbetrag.

Richtig oder falsch?

✗ falschVerbindlichkeiten 1.176 an Bank 1.176
✓ richtigVerbindlichkeiten 1.200 an Bank 1.176, Skontoerträge 20, Vorsteuer 4

Mini-Check: Was passt?

Rechnung 1.200 € brutto, 3 % Skonto. Wie hoch ist der Skonto brutto? (36 € / 30 €)
36 €: 3 % von 1.200.
Skonto brutto 36 €. Wie viel davon ist Steuer? (6 € / 30 €)
6 €: 36 geteilt durch 1,2 ergibt 30 netto, die Differenz ist 6.
Der Netto-Skonto beim Einkauf ist für den Käufer ein ... (Ertrag / Aufwand)
Ertrag: Er erhöht den Gewinn (Skontoertrag, Haben).
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Anlagen kaufen und abschreiben (AfA, Halbjahresregel)

Anlagen wie Maschinen oder Computer verlieren im Lauf der Zeit an Wert. Ihre Anschaffungskosten werden daher als Abschreibung (AfA, Absetzung für Abnutzung) auf die Nutzungsdauer verteilt. Bei der linearen Abschreibung gilt: Jahres-AfA = Anschaffungskosten geteilt durch Nutzungsdauer. Die Abschreibung ist ein Aufwand (Soll) und vermindert das Anlagenkonto (Haben), hier als direkte Abschreibung gebucht.

Merktrick

Halbjahresregel (steuerlich): Wird das Gut im Jahr der Anschaffung mehr als 6 Monate genutzt, steht die volle Jahres-AfA zu, sonst die halbe. Es zählt die Inbetriebnahme.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Anschaffung: Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.000 (netto), Nutzungsdauer 5 Jahre: Jahres-AfA 200.
  • Inbetriebnahme im Mai: mehr als 6 Monate genutzt, volle AfA 200.
  • Inbetriebnahme im Oktober: höchstens 6 Monate genutzt, halbe AfA 100.
  • Buchung: Abschreibungen 200 an Betriebs- und Geschäftsausstattung 200.

Stolperstein

Abgeschrieben wird vom Nettobetrag. Die Vorsteuer gehört nicht zu den Anschaffungskosten.

Richtig oder falsch?

✗ falschBetriebs- und Geschäftsausstattung 200 an Abschreibungen 200
✓ richtigAbschreibungen 200 an Betriebs- und Geschäftsausstattung 200

Mini-Check: Was passt?

Anschaffungskosten 3.000 € netto, Nutzungsdauer 5 Jahre. Jahres-AfA? (600 € / 150 €)
600 €: 3.000 geteilt durch 5.
Inbetriebnahme im September. Wie viel der Jahres-AfA steht im ersten Jahr zu? (die Hälfte / alles)
die Hälfte: Die Nutzung beträgt nicht mehr als 6 Monate.
Die Abschreibung ist auf welchem Konto im Soll? (Aufwandskonto Abschreibungen / Anlagenkonto)
Aufwandskonto Abschreibungen: Das Anlagenkonto steht im Haben.

Jahresabschluss und Kontenrahmen

Was am Jahresende zu tun ist und wie das Konten-System in Österreich aufgebaut ist.

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Vorarbeiten zum Jahresabschluss: Bewertung, Rechnungsabgrenzung, Rückstellung

Vor dem Jahresabschluss werden Vermögen und Schulden bewertet (Anlagen, Waren, Forderungen, Verbindlichkeiten). Außerdem ordnet man Erträge und Aufwendungen der richtigen Periode zu. Die Aktive Rechnungsabgrenzung (ARA) entsteht, wenn eine Ausgabe im alten Jahr den Aufwand des neuen Jahres betrifft. Die Passive Rechnungsabgrenzung (PRA) entsteht, wenn eine Einnahme im alten Jahr den Ertrag des neuen Jahres betrifft. Rückstellungen werden für Schulden gebildet, die dem Grunde oder der Höhe nach noch ungewiss sind, zum Beispiel für Prozesskosten.

Merktrick

ARA: Ausgabe jetzt, Aufwand später. PRA: Einnahme jetzt, Ertrag später. Rückstellung: Aufwand jetzt, Zahlung später und der Betrag steht noch nicht fest.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Beispiel ARA: Am 1. Oktober wird eine Versicherungsprämie von 1.200 € für 12 Monate bezahlt. Auf das alte Jahr entfallen 3 Monate (300 €), 9 Monate (900 €) betreffen das neue Jahr.
  • Buchung zum 31.12.: Aktive Rechnungsabgrenzung 900 an Versicherungsaufwand 900.
  • Auflösung im Jänner: Versicherungsaufwand 900 an Aktive Rechnungsabgrenzung 900.
  • Beispiel Rückstellung: Für einen laufenden Rechtsstreit erwartet man Prozesskosten von 5.000 €. Buchung: Prozesskosten 5.000 an Rückstellungen 5.000.

Stolperstein

Eine Rechnungsabgrenzung ist sicher, bei der Rückstellung ist Betrag oder Zahlung ungewiss. Die ARA ist ein Aktivkonto, die PRA und die Rückstellung sind Passivkonten.

Mini-Check: Was passt?

Miete für Jänner wird schon im Dezember bezahlt. Was entsteht? (Aktive Rechnungsabgrenzung / Passive Rechnungsabgrenzung)
Aktive Rechnungsabgrenzung: Ausgabe jetzt, Aufwand später.
Ein Kunde zahlt im Dezember schon die Jänner-Leistung. Was entsteht? (Passive Rechnungsabgrenzung / Aktive Rechnungsabgrenzung)
Passive Rechnungsabgrenzung: Einnahme jetzt, Ertrag später.
Für einen möglichen Prozess wird ein Betrag vorgesehen. Wie heißt der Posten? (Rückstellung / Rechnungsabgrenzung)
Rückstellung: Die Schuld ist dem Grunde oder der Höhe nach ungewiss.
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Summen- und Saldenbilanz, GuV und Bilanz erstellen

Am Jahresende werden die Konten abgeschlossen. Zuerst prüft man mit der Summenbilanz (Summe von Soll und Haben je Konto) und der Saldenbilanz (Saldo je Konto), ob richtig gebucht wurde. Dann werden die Erfolgskonten über das GuV-Konto abgeschlossen. Der Saldo der GuV, also Gewinn oder Verlust, wird auf das Eigenkapital gebucht. Die Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen. Daraus entsteht die Bilanz.

Merktrick

Erst Erfolgskonten in die GuV, dann Gewinn oder Verlust ins Eigenkapital, zuletzt Bestandskonten ins Schlussbilanzkonto.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Aufwandskonto abschließen: GuV an Mietaufwand.
  • Ertragskonto abschließen: Erlöse an GuV.
  • Gewinn von 27.000 €: GuV 27.000 an Eigenkapital 27.000.
  • Aktivkonto abschließen: Schlussbilanzkonto an Bank. Passivkonto: Verbindlichkeiten an Schlussbilanzkonto.

Stolperstein

Bei einem Gewinn lautet die Buchung „GuV an Eigenkapital“, bei einem Verlust „Eigenkapital an GuV“. Im Schlussbilanzkonto müssen Aktiva und Passiva gleich groß sein.

Mini-Check: Was passt?

Über welches Konto werden Erfolgskonten abgeschlossen? (GuV-Konto / Schlussbilanzkonto)
GuV-Konto: Es sammelt Aufwand und Ertrag.
Wohin wird der Gewinn gebucht? (Eigenkapital / Kassa)
Eigenkapital: Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital.
Über welches Konto werden Bestandskonten abgeschlossen? (Schlussbilanzkonto / GuV-Konto)
Schlussbilanzkonto: Daraus entsteht die Bilanz.
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Kontenrahmen und Kontenplan in Österreich (EKR)

Der Kontenrahmen ist die Vorlage, der Kontenplan die konkrete Auswahl eines Unternehmens. In Österreich dient der Einheitskontenrahmen (EKR) als Grundlage. Er hat 10 Kontenklassen: 0 Anlagevermögen, 1 Vorräte, 2 Sonstiges Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzung (Forderungen, Bank, Kassa), 3 Rückstellungen und Verbindlichkeiten, 4 Betriebliche Erträge, 5 Materialaufwand, 6 Personalaufwand, 7 Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen, 8 Finanzerträge und Finanzaufwendungen, 9 Eigenkapital und Abschlusskonten.

Merktrick

Klassen 0 bis 3 gehören in die Bilanz, Klassen 4 bis 8 in die GuV, Klasse 9 enthält Eigenkapital und die Abschlusskonten.

Beispiele, Stolpersteine und Mini-Check

Beispiele

  • Klasse 0: Gebäude, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung.
  • Klasse 2: Forderungen, Vorsteuer, Bank, Kassa.
  • Klasse 3: Verbindlichkeiten, Umsatzsteuer, Rückstellungen.
  • Klasse 4: Erlöse. Klasse 6: Löhne und Gehälter.

Stolperstein

Kontonummern und Kontenbezeichnungen können je nach Kontenplan und Schulbuch abweichen. In der Schularbeit zählt der Kontenplan, der im Unterricht verwendet wurde.

Mini-Check: Was passt?

In welche Kontenklasse gehören Löhne und Gehälter? (6 / 3)
6: Personalaufwand.
Zu welcher Rechnung gehören die Klassen 4 bis 8? (Gewinn- und Verlustrechnung / Bilanz)
Gewinn- und Verlustrechnung: Es sind Erfolgskonten.
Der Kontenplan ist ... (die konkrete Auswahl eines Unternehmens / die Vorlage für alle)
die konkrete Auswahl eines Unternehmens: Er wird vom Kontenrahmen abgeleitet.

Rechnungswesen in Österreich: Was hier anders ist

Österreichische Begriffe, Steuersätze und Kontenrahmen unterscheiden sich von deutschen Erklärseiten. Das ist kein Fehler, sondern Teil des Lehrplans.

Kassa statt KasseDas Bargeldkonto heißt in Österreich Kassa.
UnternehmensrechnungSo heißt das Fach an der HAK, früher Rechnungswesen. Ab 2027/28 ist das Fach Rechnungswesen, Datenanalyse und Reporting geplant.
20 % UmsatzsteuerDer Normalsteuersatz beträgt 20 %, daneben gibt es ermäßigte Sätze wie 10 % und 13 %.
EinheitskontenrahmenDer EKR hat 10 Kontenklassen. Jedes Unternehmen und jedes Schulbuch leitet daraus seinen Kontenplan ab.

Quellen: Unternehmensserviceportal (USP), Bundesministerium für Bildung und Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (Österreichischer Einheitskontenrahmen, KFS/BW 6).

Buchungssatz-Quiz: Teste dich

8 Fragen zu den Themen von oben. Nach jeder Antwort gibt es sofort die Erklärung, am Ende Tipps, was sich zu wiederholen lohnt.

Rechnungswesen üben mit eduactive

Regeln zu verstehen ist der erste Schritt, sicher werden sie durch Üben. Das interaktive Buchungstraining (Hölzel) hat einen hinterlegten Kontenplan, wertet jeden eingegebenen Buchungssatz automatisch aus und zeigt bei Fehlern die richtige Lösung. Es ist für die Sekundarstufe II gedacht (9. bis 13. Schulstufe). Mehr dazu unter Buchungssätze üben mit eduactive, für Schularbeiten hilft der Fünf-Tage-Plan unter Schularbeitsvorbereitung.

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Häufige Fragen zum Rechnungswesen

Wie schwer ist Rechnungswesen?
Es sind wenige Grundregeln, die man auf viele Geschäftsfälle anwendet. Schwierig wird es meist durch die Menge an Fällen und durch neue Begriffe. Darum zählt regelmäßiges Üben mehr als Auswendiglernen: Wer jeden Fall mit der Frage „Was nimmt zu, was nimmt ab?“ löst, kommt zuverlässig zum richtigen Buchungssatz.
Wie heißt das Fach an der HAK: Rechnungswesen oder Unternehmensrechnung?
Im aktuellen Lehrplan der Handelsakademien heißt das Fach Unternehmensrechnung, früher hieß es Rechnungswesen. Für die Handelsakademien ist ab dem Schuljahr 2027/28 das neue Fach Rechnungswesen, Datenanalyse und Reporting geplant. An Handelsschulen heißt das Fach Rechnungswesen.
Wie lerne ich Buchungssätze am besten?
Jeden Fall in denselben Schritten lösen (Beleg lesen, Konten finden, Kontenart bestimmen, Soll oder Haben festlegen, Soll gleich Haben prüfen). Täglich ein paar Fälle üben, Fehler gezielt anschauen und T-Konten zeichnen, bis die Seiten sitzen. Besonders hilfreich ist sofortiges Feedback zum eingegebenen Buchungssatz. Zum Üben mit sofortiger Auswertung gibt es das Buchungstraining.
Wie bereite ich mich auf die Schularbeit in Rechnungswesen vor?
Zuerst die Themen aufschreiben, die drankommen, dann zu jedem Thema Buchungssätze üben und gezielt wiederholen, was noch nicht sitzt. Einen einfachen Fünf-Tage-Plan finden Sie unter Schularbeitsvorbereitung, alle Rechnungswesen-Trainings unter Rechnungswesen.
Warum stimmen Kontonummern im Schulbuch nicht mit dem Kontenrahmen überein?
Der Kontenrahmen ist nur die Vorlage. Der Kontenplan, den ein Unternehmen oder ein Schulbuch tatsächlich verwendet, wird daraus abgeleitet und kann abweichen. In der Schularbeit gilt der Kontenplan, der im Unterricht verwendet wurde.
Heißt es Kassa oder Kasse?
In Österreich sagt man Kassa, in Deutschland Kasse. Beides meint das Konto für den Bargeldbestand.
Ab wann braucht ein Unternehmen doppelte Buchführung?
Kapitalgesellschaften wie die GmbH führen immer doppelte Buchführung. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften hängt es vom Umsatz ab. Die aktuellen Grenzen stehen im Unternehmensserviceportal (USP).
Wie funktioniert das Üben mit dem Buchungstraining?
Ein hinterlegter Kontenplan ermöglicht die schnelle Eingabe von Kontonummer und Kontenbezeichnung. Jeder eingegebene Buchungssatz wird automatisch ausgewertet, bei Fehlern wird die richtige Lösung angezeigt. Demos, Preise und die passende Lernapp finden Sie auf der Seite Buchungssätze üben mit eduactive.